Tiffy und Tabby:
Auch mit Ataxie ist unser Leben lebenswert !
     

Wer hat eigentlich das Recht, darüber zu entscheiden, ob unser Leben lebenswert ist, ob wir "Ausschuss" sind und deshalb nicht auf diese Erde gehören? Nun gut, wir sind mit ein paar körperlichen Problemen ausgestattet, wir sind für viele Menschen nicht die perfekten Katzen, aber kennen diese Menschen unsere Lebensfreude, unsere Geschicklichkeit und unseren Lebenswillen? Wir sehen uns nicht als "behindert", weil wir uns nicht anders kennen.

Als wir am 3. Dezember 2005 nach Deutschland flogen, war das schon beängstigend, aber auch der Beginn eines neuen Lebens. Marleen hatte keine Möglichkeit, uns in Spanien zu vermitteln. Wir wackeln beim Laufen, wir wackeln beim Fressen, wir wackeln im Katzenklo und wir sind ansonsten kerngesund. Hier in unserem neuen Zuhause ließ man uns drei Wochen Zeit, uns zu aklimatisieren. Wir bekamen ein großes Zimmer, lernten unsere Menschen und die vierbeinigen Kollegen kennen und hatten Zeit, um erst einmal Muskeln aufzubauen. Wir wanderten immer wieder durch das große Zimmer. Die Monate davor mussten wir aus gegebenen Gründen in einer Quarantänebox zubringen.

Drei Wochen später zogen wir innerhalb des neuen Zuhauses noch einmal um, nämlich ein Stockwerk tiefer und hatten nun die gesamte Etage zum Forschen und Wackeln. Nichts blieb ununtersucht, keine Couch unbenutzt und kein Stuhl unerklommen. Das Benutzen der Katzentoiletten ist für uns eine Selbstverständlichkeit ebenso wie das Spielen und Toben mit anderen Katzen.

 
 

Tiffy & Nina genießem die Sonne

Seit einigen Wochen haben wir uns nun ganz allein entschieden - wir durften bei schönem Wetter immer an der offenen Haustür sitzen und in den Garten schauen - dass wir auch nach draußen wollen. Dort tummelten sich bereits zwei Hunde, zwei Nichtwackelkatzen und die spanische Wackelmieze Nina, die inzwischen kaum etwas nicht kann. Der haben wir es auch zu verdanken, dass sich unsere Menschen für uns beide entschieden. Sie haben gemerkt, dass es eine wunderschöne und dankbare Aufgabe ist, Katzen mit Ataxie zu pflegen.

Und keiner sollte glauben, dass wir uns in den Garten tragen lassen! Wir überwinden zwei große Stufen nach untern und ebenso auch beim der Heimkehr nach oben. Und wie überwinden wir die Haustür? Natürlich durch die Katzenklappe.

 

Wenn unsere Menschen arbeiten sind, können wir ganz allein entscheiden, ob wir in den gesicherten Garten wollen oder nicht. Meist gehen wir gemeinsam mit Nina raus, dann ist das Wackeltrio im Garten komplett. Sobald "unser" Auto die Büchsenöffner nach Hause bringt, rennen wir alle zum Gartentor und winden uns in Hungerkrämpfen. Das kommt immer gut an.

Tabby im Garten

 

Damit unsere Menschen auch gleich den Weg zum Futternapf finden, begleiten wir sie eiligst in die Küche, spornen sie mit lautem Singsang zum schnelleren Füllen der Näpfe an.

Und nun mal ehrlich: Machen wir irgend etwas anders als andere Katzen? Nein, wir genießen ganz selbstverständlich unser Leben. Behindert? Wir? Ungesunde Gedanken haben wohl diejenigen, die über den Wert eines anderen Lebens entscheiden wollen.

Tiffy und Tabby, die deutschen Spanier