César  

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Mein Name ist César wie der große, berühmte Künstler César Manrique von der schönen Insel Lanzarote. Dort bin ich geboren und weil meine Menschenmama meinte, dass mein Name etwas mit meiner Heimat zu tun haben soll und sie außerdem die Kunstwerke von Manrique bewundert, hat sie mich César genannt. Das Licht der Welt erblickte ich irgendwo auf dieser großen Lavainsel doch wo genau weiss ich nicht mehr. Ich habe meine Mama nur sehr kurz kennen lernen dürfen, denn mein Schwesterchen und ich waren den Menschen in deren Familie wir geboren wurden, lästig. Deshalb rissen sie uns schon nach nur 3 Wochen von Mamas warmen Bauch weg, stopften uns in einen Karton und drückten diesen der Tierheimleiterin von SARA in die Hand. Wir können trotzdem sehr dankbar sein, dass diese Menschen, nicht den noch bequemeren Weg gewählt haben und uns einfach in die nächste Mülltonne schmissen. Aber wir waren doch noch soooo klein!!!! In dem großen Käfig, in den man uns liebevoll setzte, waren noch ganz viele andere kleine Katzenkinder, alle zwischen 3 und 8 Wochen jung und alle ohne Mama. Es standen viele Näpfe mit Futter rum und mein Schwesterchen und ich mampften, was unsere ausgehungerten Bäuchlein aufnehmen konnten. Uns fehlte die gesunde Muttermilch und deshalb waren wir beide sehr dünn. Eines Tages kamen Leute in den Käfig und spielten und schmusten mit uns und eine Frau suchte sich ein kleines schwarz-weisses Katzenkind aus, setzte es sich auf die Schulter und sagte zu einem Mann: „Das kleine Mädchen hier nehme ich mit“ und die Frau strahlte dabei überglücklich. Ein paar Tage später kamen die gleichen Leute noch einmal und erklärten der Tierpflegerin, dass sie zu dem kleinen schwarz-weissen Katzenkind nun noch einen Spielgefährten suchen.

Der Mann beugte sich zu uns hinunter und ich konnte meine Neugier nicht zügeln. Ich kletterte ihm auf den Arm und kuschelte mich an seine Brust. „O.K., sagte der Mann“ der kleine Kerl hier, hat gerade sein Flugticket nach Deutschland gelöst“.

Ich wusste zwar nicht, was das bedeutet, aber es klang sehr aufregend.

Zwei Tage später wurden das kleine schwarz-weisse Katzenkind, mein Schwesterchen und auch alle anderen Kätzchen aus dem Käfig mit mir zusammen in eine Transportbox gesetzt und zu einem Gebäude gebracht, das die Menschen vom Tierheim Flughafen nannten. Dort standen auch der Mann und die Frau wieder, die sich uns im Tierheim ausgesucht hatten. Die guckten ziemlich verdutzt ob der vielen Kätzchen in der Box, denn sie hatten sich doch nur 2 von uns ausgesucht. Doch die Tierpfleger beruhigten sie und erklärten ihnen, dass sie die anderen Kleinen nur als Flugpaten begleiten sollen, sie aber von einer Frau am Flughafen empfangen werden, die sie auf ihre Pflegestelle nimmt. Weil mein Schwesterchen und ich wie ein Ei dem anderen glichen, hatte man mir ein klitzekleines rotes Halsbändchen umgezogen. Erwartungsvoll guckten wir alle mit großen Augen aus der Box und maunzten, denn wir wollten raus und spielen. Langsam wurden meine Augen schwer und auch das schwarz-weisse Katzenkind schlief schon tief und fest. Es musste wohl an der bitteren Tablette liegen, die wir kurz vor der Abfahrt im Tierheim ins Mäulchen gestopft bekommen haben. Ich protestierte noch einmal laut, doch dann schlief ich ein. Als ich aufwachte, bekam ich einen riesen Schreck, denn es rumorte ganz laut um mich herum, ein Windzug ging durch die Box und es roch fremd. Ich jammerte lauthals und die Frau von dem Paar, zwischen deren Füssen die Box stand beugte sich zu mir runter und versuchte mich zu beruhigen: „Hey, kleiner Schreihals, Du bist ja schon wach, wir haben aber noch knapp 3 Stunden Flug vor uns.“ „Hab keine Angst! Das sind zwar komische Geräusche und Du merkst sicher den Höhenunterschied, aber es passiert Dir nichts und wenn wir Zuhause sind, bekommst Du ein Schälchen Wasser und ein weiches Kisschen zum Schlafen.“
 
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