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Es war im Oktober 1985 als ich Dich in unserem
Garten auf der Steintreppe sitzen sah: Eine schwarze, schlanke Katze mit
grünen Augen. Ich war damals 10 Jahre alt und liebte Tiere über alles.
Als ich jedoch versuchte, mich Dir zu nähern, wichst Du zurück und
beäugtest mich aus sicherer Entfernung. Alles Locken und mit der Zunge
schnalzen half nichts. Bis auf ein paar Meter Entfernung ließt Du
scheues Wesen mich nicht an Dich ran. Diese Distanz reichte jedoch aus,
um zu sehen, dass Du rappeldürr und ausgehungert warst. Ich lief sofort
in unsere Küche, holte Milch und Wurst aus dem Kühlschrank, tat alles in
2 Schälchen und stellte sie Dir hin. Erst als ich mich von den Näpfen
zurück zog, bewegtest Du Dich in geduckter Haltung auf die Näpfe zu und
schlabbertest gierig die Milch in Dich hinein und schlangst ohne zu
kauen die Wurststücke herunter.
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Was ich damals noch nicht ahnte: Dies war der Beginn einer unendlich
innigen Freundschaft zwischen Dir, mein Komet und bester Freund und mir !
Ich füllte die Milch auf und bröselte noch mehr
Wurst in den Napf und nun konnte ich sogar neben Dir sitzen bleiben
und Dich vorsichtig streicheln. Du hattest raues Fell und krustige
Stellen darin. Auch wenn Du Dich auf das Fressen konzentriertest und
mich gewähren ließt Dich zu streicheln, so warst Du doch so
gespannt, dass Du |
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jederzeit zum Sprung bereit warst, hättest Du Dich
plötzlich in Gefahr gefühlt.
Als Du satt warst, riebst Du Dich kurz zum Dank an meinem Bein und
liefst davon. Ich hoffte SO SEHR, dass Du am nächsten Tag wiederkommen
würdest ! |
Am nächsten Morgen war das erste, was ich tat, an
die Küchentür, die zum Garten führte, zu gehen und nach Dir Ausschau zu
halten. Tja, und wer saß da erwartungsvoll vor der Tür und guckte mich
mit großen , grünen und hungrigen Augen an? DU!!! Ich war so glücklich
und holte rasch etwas Essbares für Dich aus dem Kühlschrank. Meine
Mutter bedauerte es sehr, dass Sonntagmorgen war und wir deshalb
frühestens Montag für Dich richtiges Katzenfutter kaufen konnten. Also
musstest Du im Moment noch mit der wenig katzengerechten Wurst und ein
bisschen Milch Vorlieb nehmen.
Montags kauften wir erst einmal richtiges Katzenfutter für Dich und Du
nahmst es dankbar an. Zwar schauten meine Eltern und ich in der lokalen
Zeitung und an Bäumen, ob irgendwo ein schwarzer Kater vermisst wird,
doch hoffte ich inständig, dass NIEMAND Dich sucht.
Ich hatte Dich doch schon SO sehr in mein Herz geschlossen !
Von meinen Stofftieren hatte ich ein echtes, grünes, samtenes
Katzenhalsband, das ich Dir nach ein paar Tagen umlegte.
Du ließt es Dir völlig anstandslos gefallen und ich hatte ein
unglaublich stolzes und glückliches Gefühl in mir, denn für mich warst
Du schon MEIN Kater !
So ging das einige Wochen und ich konnte es gar nicht erwarten bis
mittags die Schule aus war und ich zu Dir nach Hause stürmen konnte. Du
saßt immer schon erwartungsvoll auf Deiner Katzendecke vor unserer
Küchentür. Dann ging die Schmuserei los - immer Dein Köpfchen an meinen
Beinen und Deine Nase an meinen Händen. Da ich nach der Schule alleine
war, ließ ich die Küchentür offen und versuchte, Dich hinein zu locken.
Davor hattest Du aber noch sehr große Angst, denn Räume oder gar
geschlossene Türen versetzten Dich in Panik.
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