kleine Yaiza
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Das war der Moment, wo ich wusste, Du und ich gehörten zusammen. Die nette Dame, die die ganze Zeit dabei stand und sich die "Eroberung" schmunzelnd angesehen hatte, erzählte mir, dass sie froh wäre, wenn ich "die Kleine" mitnehmen würde, da sie erst wenige Tage da war, auf einem Feld in Gluthitze in einem Pappkarton gefunden wurde und sie höchsten 3 1/2 Wochen alt sei. Sie brauche besonders viel Liebe und Zuneigung und das könne man ihr in dem Maße im Tierheim nicht zukommen lassen, da einfach zu viele Katzen da seien. Sie sei noch sehr klein, aber die besten Chancen hätte sie bei mir.
 

Mein Mann hatte die ganze Zeit draußen gewartet und kam nun nach mir gucken, wo ich denn "verschollen" bin. Als er mich sah, vor Glückseeligkeit strahlend und Yaiza an meinem Hals, war ihm alles klar und er sagte nur: "Ah ha, das ist also unser neuer kleiner Mitbewohner".
Die folgenden Tage, die wir noch auf Lanzarote hatten, dachte ich ständig an Dich und wie ich Dich wohl nennen würde. Es stand jedoch fest, dass es ein Name sein sollte, der etwas mit der Insel zu tun hat und da das hübscheste und

 
mehrfach ausgezeichnete Dörfchen auf Lanza "Yaiza" heißt, schien es mir angemessen, auch die hübscheste kleine Katze der Insel so zu nennen.

Wir besuchten Dich noch einmal, bevor der "große Tag" nahte und wir mit Dir zurück fliegen sollten und mein Mann und ich beschlossen, bei unserem zweiten Besuch, dass Du noch viel zu klein warst und wir zu "schlechte Katzen", um Dich ohne Artgenossen aufwachsen zu lassen. Deshalb wollten wir noch einen kleinen Gefährten für Dich aussuchen. Mein Mann hielt nichts von stundelangem Aussuchen und ein kleiner getigerter Kater wohl auch nicht, denn ihn nahm mein Mann auf den Arm und da fühlte sich der kleine Mann sichtlich wohl und wollte gar nicht mehr von ihm weichen. Also war die Wahl entschieden und der kleine "Macho" sollte ebenfalls unser Leben in Deutschland ein bisschen aufmischen.
Auch sein Name sollte natürlich etwas mit der Insel zu tun haben und nach langem Grübeln einigten wir uns auf den Namen César, den er von dem von uns verehrten Künstler César Manrique erhalten sollte, der Großes auf der Insel bewirkt hat, und dem Lanzarote sein natürliches und malerisches aussehen zu verdanken hat.

Der Abflugtag brach an und mein Mann und ich fuhren zeitig an den Flughafen, denn wir erwarteten ja noch unsere "kostbare Fracht" in Form unserer Kätzchen und 2 großen Hunden, die noch im Frachtraum auf unseren Namen mitfliegen sollten.
Die Dame vom Tierheim hat es dann noch besser mit uns gemeint und uns zu den 2 großen Hunden noch eine Tasche mit 2 Hundewelpen für die Kabine in die Hand gedrückt und unsere Box, in der nicht nur unsere kleine Yaiza und César etwas benommen umher torkelten, weil sie eine Schlaftablette für den Flug bekommen hatten, sondern auch noch ein Schwesterchen von César, sowie 2 weitere Kätzchen. Wir sollten also mit insgesamt 9 Tieren an Bord die Reise nach Deutschland antreten und das war eine sehr aufregende Sache, denn für uns war es ja auch das erste Mal, dass wir als Flugpaten agierten und dann gleich mit einer "fliegenden Arche Noah" ! Unser César war der erste der kleinen Racker, der schon nach einer halben Stunde Flug nicht mehr an Schlaf dachte und die Wirkung der Tablette wohl einfach ignorierte. Er maunzte mit seinem kleinen aber kräftigen Stimmchen unentwegt Protestschreie und sah mich hinter der Gittertür der Transportbox vorwurfsvoll an. Ich schluckte nur und hoffte, dass er 1. die anderen Kätzchen nicht wecken möge und 2. sich keiner der anderen Fluggäste gestört fühlt.
Tja, aber es kam, wie es kommen musste und César der Schreihals "aktivierte" auch 3 der anderen Kätzchen mit zu protestieren und dazu auch noch ihr Geschäftchen in der Box zu verrichten. Ich lief rot an, die anderen Passagiere fragten mich, was das denn da in der Box für ein Tumult und Gestank sei und ich begann Euren Leidensweg und Eure Rettungsaktion durch Ausfliegen zu erzählen. Das sprach sich wie ein Lauffeuer durch die Reihen herum und auch der Herr, unter dessen Sitz Ihr "gemaunzt und gestänkert" habt, wurde friedlich, lobte uns für unseren Einsatz und hielt eben ein bisschen mehr die Luft an.
Die beiden Hundewelpen unter dem Vordersitz meines Mannes ratzten tief und friedlich und auch Du Yaiza schliefst mit tiefen Atemzügen unter all den anderen Kleinen drunter und rührtest Dich trotz des großes Tumultes in Deiner Box nicht.

 
 
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